Auf die Dosierung kommt es an: Stoffwechselaktivierung durch Ausdauertraining

Ein guter Stoffwechsel ist die Basis für jede sportliche Leistung und eine gute, stabile Gesundheit. Norbert Bickel vom Diagnostikzentrum Kempten referierte am 14. Februar zum Thema Stoffwechselaktivierung durch Ausdauertraining.

„Ausdauertraining bedeutet immer eine kontinuierliche Belastung“, erklärt Norbert Bickel. Deshalb fallen Sportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen in all ihren Varianten in diese Kategorie. Ausdauertraining bedeutet auch achtsamen Umgang mit dem Energiehaushalt des Körpers. „Die wichtigsten Energieträger sind Fette und Kohlenhydrate. Trainierende sollten darauf achten, so lange wie möglich aus den Fetten – man spricht auch von hochwertigem Energiestoffwechsel – zu schöpfen, was durch richtiges Training zu erreichen ist“, rät Bickel. 

In diesem Zusammenhang ist häufig die Rede von der aeroben und anaeroben Zone. Aerob bedeutet Training im Sauerstoffüberschuss der Muskulatur. Dabei findet überwiegend Fettstoffwechsel statt – aus gesundheitlicher und sportlicher Sicht der wichtigste Trainingsbereich. Anaerob meint Training im Sauerstoffdefizit, das heißt es herrscht ein überwiegender Kohlenhydratstoffwechsel. Die Muskulatur wird zunehmend „sauer". 

Der Zeitpunkt einer Übersäuerung der Muskulatur ist je nach Körper sehr individuell. Die Folge ist, dass der Körper ermüdet. Bickel warnt: „Ein Zuviel an Übersäuerung (anaerobes Training) über einen längeren Zeitraum führt zu einer Überbeanspruchung und gefährdet Trainingsziele (egal ob Leistungs- oder Gesundheitssport).“ Auch das sogenannte „Black-Hole-Training“ vieler Freizeitsportler – also Training im falschen Bereich, diene nicht der Leistungsverbesserung, so Bickel.    

Auf die Frage, ob allgemein zugängliche Richttabellen fürs Training helfen können, antwortet der Ausdauer-Profi: „Pauschale Richttabellen funktionieren nicht für individuelle Körper, das schließt sich aus. Man trainiert damit mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Daher ist eine individuelle Dosierung erforderlich, am besten mittels einer vorangegangenen Leistungs- und Stoffwechselanalyse. Denn: Nicht viel hilft viel, sondern richtig hilft viel!“