Matthias Menzl: Ein Mann. Ein Mountainbike.

Matthias Menzl (35) ist Vollblut-Mountainbiker. Er ist spezialisiert auf Enduro-Rennen und Teilnehmer diverser Rennserien wie z. B. „Trailtrophy“, Superenduro oder vereinzelte EWS-Rennen, die verteilt über ganz Europa stattfinden. Sein Training – insbesondere das Wintertraining inklusive Saisonvorbereitung – absolviert er im f+p Fitness Club.

Trainer Andreas Wetzel und Leistungsanalyst Manfred Günther stehen ihm dabei beratend zur Seite. Der Wahl-Allgäuer, der in Regensburg geboren und aufgewachsen ist, lebt seit dem Jahr 2006 in Füssen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Allgäu an der Hochschule Kempten, betreibt mit Freunden eine Mountainbike-Fahrtechnikschule mit Schwerpunkt Nachwuchsförderung (www.obacht-bikeguiding.de) und ist als Guide bei Finale Ligure Freeride tätig.

2016 nahm er am Finale der EWS (Enduro World Series) teil, holte gemeinsam mit seinem Team den Sieg bei der Rider Class Men in Latsch (Südtirol) und belegte bei der TrailTrophy Kronplatz (Südtirol) Rang 3 in der Einzelwertung Master. Im Vorjahr feierte er in der Rider Class Men Platz 3 in der Gesamtwertung. 


Matthias, was verbindet einen so erfolgreichen Trail-Mountainbiker mit f+p Kempten?


Ich bin zwar kein Profi-Sportler, aber auch mehr als ein ambitionierter Hobby-Sportler. Ich habe eine ganze Weile lang immer an den vordersten Plätzen geschnuppert, sie aber nicht erreicht. Danach habe ich mich gefragt, warum die anderen immer noch einen Schritt weiter sind, trotz meiner vielen Zeit auf dem Rad. Ich habe meine Trainingssystematik hinterfragt. Ein Tipp machte mich aufmerksam auf die f+p Leistungsdiagnostik. So habe ich Manni Günther und f+p kennengelernt. Gemeinsam mit Manni habe ich in der genauen Analyse Leistungsdefizite und Potenzial entdeckt. In Abstimmung mit meinem Trainer Andi Wetzel habe ich gezielt neue, andere Ansätze ausprobiert. Dazu gehörten beispielsweise ein striktes Training nach Pulsbereich und Übungen zur Stärkung von Rumpf und Rücken. „Raus aus den Radl-Gedanken“ war für mich eine komplett neue Herangehensweise. Ich habe Gleichgewicht und Koordination trainiert, verbunden mit einem ganz gezielten Muskelaufbau. Was zunächst auch für mich ungewöhnlich klang, haben mir die beiden schlüssig erklärt und meine Erfolge gaben ihnen recht (schmunzelt und zeigt auf seinem Handy ein Video von sich, bei dem er jonglierend auf einem Pezziball steht). 

Was macht das Training bei f+p besonders?

(grinst) Der spürbare Erfolg. Ich trainiere gern isoliert im Einzeltraining, verziehe mich gern ins hinterste Ecke für die gezielte Arbeit an und mit meinem Körper. Die Möglichkeiten, die f+p mir bietet, sind umfassend. Ich habe alles, was ich brauche und ich erhalte von den Trainern immer kompetente Auskunft auf meine Fragen. Das Gesamtpaket ist extrem stimmig, ich könnte noch viel mehr in Anspruch nehmen, wenn ich das wollte und zum Beispiel auch mal nen Yogakurs zum Dehnen meiner Muskeln belegen. Das reize ich noch gar nicht voll aus. Alle drei Monate passt Andi Wetzel mein Trainingsprogramm an, um mit neuer Intensität andere Reize in Kraft und Ausdauer zu setzen, z. B. verändern wir vor den ersten Rennen der Saison die Intervalle. Einmal jährlich überprüft Manni meinen Status quo mit der Leistungsdiagnostik, woraufhin das Training wieder angepasst wird. 

Wieviel Training braucht ein Sportler wie Sie?

Bei f+p trainiere ich zurzeit dreimal pro Woche auf dem Fahrrad und mache mein Krafttraining. Die Vorbereitungen draußen mache ich gerne auf den Hometrails von Füssen, den Trails in Finale Ligure im Vinschgau oder im Oberammergau. So kurz vor der Rennsaison braucht es das verstärkt.


Wann spürten Sie das erste Mal das Gefühl „Hier bin ich richtig, die unterstützen mich optimal bei den Vorbereitungen“?


Ich habe 2014 angefangen bei f+p zu trainieren. Die Tipps, die Herangehensweise der Betreuer – das alles schien mir vom ersten Moment an wahnsinnig professionell. Das neue und andere Training brachte auch mal kritische Überlegungen mit sich, als ich im ersten Jahr nicht im erwarteten Maße besser geworden bin. Es stellte sich heraus, dass ich mich übermotiviert fühlte. Ich hatte so viel und so intensiv trainiert, dass ich dachte „Jetzt verändere ich die Welt“, dabei habe ich mir zu wenig Ruhe gegönnt. Das habe ich dann schnell bei Andi gelernt: Wer so intensiv trainiert, darf seine Ruhepausen dementsprechend auch anders gestalten und anpassen. Als ich das verstanden und umgesetzt hatte, kamen auch prompt die Erfolge. 

Gab’s auch mal Stürze und Ausfälle?

Klar, passieren kann immer was. Ich mache Sport, seit ich laufen kann und ich sage immer „wo gehobelt wird, da fallen Späne“. Sicher gab es Stürze. Sprunggelenk und Schlüsselbein waren unter anderem verletzt. Andererseits hätten einige Sportunfälle ohne mein Kräftigungs- und Stabilisationstraining auch anders ausgehen können. Meine Erfahrung, die Routine, die längeren Ruhephasen und die psychische Einstellung spielen bei meiner Rehabilitation eine wichtige Rolle. Heute gehöre ich mit meinem Alter zur älteren Gruppe in meinem Sport, werde aber nicht in dem erwarteten Umfang langsamer. Das ist cool und das verdanke ich meinem Training.

Das bedeutet, dass das effektive Training auch gleichzeitig Prävention ist? 

Klar, ich brauche das Training zur Stabilisierung und Kräftigung. Ich bin kein Mensch, der mit 50 Jahren über Rückenbeschwerden klagen und jammern will, was er alles versäumt hat, für seine Gesundheit zu tun. Das Gesamtpaket von Training, Gesundheitsvorsorge und Ernährung finde ich bei f+p deshalb so gut. Die Ernährungsspezialistin Susanne Ernst hat mir viele hilfreiche Tipps gegeben, mich zum Thema Stoffwechsel informiert, so dass ich durch bewusstes Essen das Auf und Ab und das ständig gefühlte „zu viel – zu wenig“ viel besser im Griff habe. Das ist ein Lernprozess, der bei jedem Menschen anders ist und sich je nach Trainingsintensität auch dauernd verändert. Es erfordert viel Aufmerksamkeit, ganzheitlich gesund zu sein und zu bleiben.  


Was ist das nächste große Etappenziel in der neuen Saison? 

Ich freu mich, viel auf dem Rad zu sitzen, auf das 3-Länder Enduro Rennen in Nauders am Reschenpass, das EWS-Rennen in Finale Ligure und für 2018 verfolge ich den Plan, an dem 1-wöchigen Rennen Trans-Provence mit dem Ziel Nizza teilzunehmen.

Foto: bike-components.de
Interview: Nicole Miltenberger